• 1847
    Gründung des Vereins.
    Die Gründungsmitglieder des Vereins sind vorwiegend Bergleute. Bewegt vom Geist ihrer Zeit wählen sie die Farben Schwarz-rot-gold als Vereinsfarben und setzten sich die Bewahrung und Förderung deutschen Liedgutes zum Ziel. Die Vereinsfahne, gefertigt von einer Bieberin namens Frl. Mergel, wird mit der Inschrift „Einheit schafft Macht“ am Gründungstag von Pfarrer Rullmann geweiht. Von den bescheidenen Mitteln jener Zeit zeugt die Auflistung des Inventars 1848: zwei Gesangbücher und zwei Leuchter.
    Das erste große Ereignis im Vereinsleben ist das „große Kinzigtaler Sängerfest zu Ehren der deutschen Flotte“. Der Liederkranz bringt das Vaterlandslied „Glück auf, der Steiger kommt“ in zum Titel passenden Bergmannsuniformen zum Vortrag.
    In den folgenden Jahren entwickelt sich der Verein so gut, daß neue Gesangsbücher angeschafft werden können. Auch entwickeln sich viele Freundschaften zu anderen Vereinen und man ist auf zahlreichen Sängerfesten bis nach Klein-Krotzenburg zu Gast.
  • 1864
    Der bisherige Sitz des Vereins in Bieber wird nach Gassen verlegt, denn man kann das dortige Schulhaus nutzen.
  • 1872
    Man begeht das 25-jährigen Bestehen des Liederkranzes. Die Feierlichkeiten finden in der Gaststätte Sauer im Röhrig statt.
  • 1875
    Die Einstellung des Bergbaus in Bieber wird verfügt. Viele Bergleute sind nun gezwungen außerhalb der Gemeinde zu arbeiten, der Verein leidet unter sinkenden Mitgliederzahlen und löste sich nahezu vollständig auf. Erst mit der Wiederaufnahme des Bergbaus 1882 in Bieber kehren auch die Sänger zurück.
  • 1897
    Das 50-jährige Jubiläum wird gefeiert. Unter den Vereinskameraden sind noch vier Gründungsmitglieder.
  • 1901
    Der Verein verlegt seinen Sitz vom Vereinslokal Hirsch in die Büchelbach in die Wirtschaft „Zur guten Quelle“.

    „Der Verein war heute in Gemeinschaft mit dem Musikverein auf Einladung in Schöllkrippen zur Feier des Stiftungsfestes des dortigen Gesangvereins. Es war dies ein herrlicher Ausflug. Besonders zu erwähnen ist, daß Fritz Schade die Trommel schlug, daß sich unser altes Mitglied Adam Eberhard in gewohnter Jugendstimmung an dem Ausflug beteiligte und der unbeschreibliche Abstieg mit Hindernissen am Bitzeberg am Abend bei seiner Rückkehr.“Auszug aus dem Vereinsprotokoll von 1902

  • 1902
    Der Verein feiert das Gartenfest.
  • 1907
    Feier des 60jährigen Jubiläums.
  • 1912
    Umzug des Vereins in die Gaststätte „Zum grünen Baum“.
    Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges muss die Vereinsarbeit eingestellt werden, da die jungen Männer eingezogen werden. Seiner Pflicht gegenüber Sängern und Vaterland bewusst, spendet der Verein ans Rote Kreuz und sendet Pakete an die ausgezogenen Soldaten, von denen jedoch sechs Kameraden im Krieg fallen bzw. an den Folgen ihrer Kriegsverletzungen sterben.
  • 1922
    Eine ganz besonderer Ehre wird dem Verein durch das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zuteil: Man verleiht dem Liederkranz eine Ehrenurkunde zum Jubiläum für das verdienstvolle Wirken um deutsche Lieder und den Chorgesang.
    Trotz der wirtschaftlich schlechten Zeiten wird das 75-jährige Bestehen des Vereins auf dem Festplatz der Gaststätte Wolf gefeiert. Die Mühe, einen Abschlussbericht zu erstellen, macht man sich wegen der galoppierenden Inflation jener Tage erst gar nicht. Die Geldentwertung nimmt ein solches Ausmaß an, dass die Übungsstunden ausfallen müssen, da man den Dirigenten nicht mehr bezahlen kann.
  • 1926
    Die Gesangsstunden werden wieder aufgenommen, man traf sich im „Grünen Baum“ unter dem Dirigenten Georg Geiger.
  • 1927
    Die Statuten des Vereins von 1861 werden überarbeitet: Einige Paragraphen, zum Beispiel §10, der die Belegung mit Ordnungsstrafen regelte, oder §14, der zu einem ehrbaren Lebenswandel verpflichtete, sind nicht mehr zeitgemäß.
    Im gleichen Jahr feiert man auch das 80-jährige Jubiläum, zu dem über einhundert Vereine eingeladen werden, jedoch nur 35 teilnehmen. Begangen wird das Fest mit einem Fackelzug und Kommers am Samstag und einem Frühschoppen und Festzug mit anschließendem Liedvortrag am Sonntag.
  • 1928
    Der Liederkranz Bieber übernimmt die Vereinspatenschaft für den Liederkranz Roßbach. Als Patengeschenk überreicht der Verein eine Fahnenschleife. Seit damals verbindet unsere beiden Vereine eine feste Freundschaft.
  • 1932
    Im Juli findet in Frankfurt das 11. Deutsche Sängerbundfest statt. Eine Abordnung wurde zu diesem Anlass mit der Fahne des Vereins entsandt. Die Fahne des Sängervereins Liederkranz ist eine der ältesten, die an einer Fahnenstange mitgeführt wurde. Als Andenken erhält der Verein eine Plakette.
    Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und der bald folgenden Gleichschaltung aller Verbände und Vereine bekam auch der Liederkranz Bieber auf Anweisung des Sängerbundes einen neuen Vorstand.
  • 1933
    Das Wertungssingen des Gaues vom Maintal wird in Bieber ausgerichtet.
    Der Liederkranz Bieber wird im Oktober dem Gau 18 (Franken) in Nürnberg zugeteilt und scheidet somit aus dem hessischen Sängerbund aus.
  • 1937
    Feier zum 90-jährigen Vereinsbestehen. Mit Rücksicht auf das große Deutsche Sängerfest in Breslau feierte der Verein nur einen Tag, der in recht froher Stimmung und gemütlichem Beisammensein verläuft.
    Ferner beteiligt sich der Verein am Wertungssingen in Wächtersbach.
    Wie schon nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges fallen auch nach Beginn des 2. Weltkrieges die Gesangsstunden aus. An den nachfolgenden Weihnachtsfesten werden die Sänger, die sich an der Front befinden mit Paketen geehrt.
  • 1947
    Erste Zusammenkunft des Vereins nach dem Krieg am 20. Januar.
    Anlässlich des 100-jährigen Bestehens wird eine große Feier ausgerichtet. Die Geladenen Vereine reisen mit einem Sonderzug der Spessarbahn an. Anschließend marschieren sie unter Musikklängen zum Festplatz, wo inzwischen die schon anwesenden Vereine Aufstellung genommen haben.
  • 1948
    Die inzwischen über 100-jährige Vereinsfahne wird durch eine neue ersetzt. Sie wird im Oktober im Saal des Herrn Lückel geweiht und durch den Patenverein Rossbach überreicht. Die alte Fahne soll jetzt nur noch zu besonderen Feiertagen und bei Beerdigungen von Mitgliedern eingesetzt werden.
    Alle Heimkehrer aus der Gefangenschaft werden vom Liederkranz mit einem Ständchen begrüßt. Von Mai bis Oktober diesen Jahres sind es 14.
  • 1962
    Dem Liederkranz wird am 16. Dezember in Wiebaden die Zelter-Plakette für über 100-jährige Vereinstätigkeit verliehen.
  • 1965
    Eintritt des Liederkranzes Bieber in den Deutschen Sängerbund.
  • 1966
    Der Dirigent Hermann Lückel, der bereits seit 1961 den Chor leitet, nimmt an einem Vizedirigentenlehrgang in Gelnhausen mit Erfolg teil.
  • 1976
    Herr Erich Dittmeier übernimmt die Leitung des Chores.
  • 1977
    Der Liederkranz nimmt an einem gemeinsamen Auftritt der Dittmeierchöre teil.
  • 1978
    Der Verein tritt mit Biebergemünder Spinnstubenliedern erstmalig auf. Die Aufführung verläuft so erfolgreich, daß im gleichen Jahr eine Aufnahme auf Schallplatte gefertigt wird.
  • 1981
    Im Dorf Tirol tritt der Liederkranz bei einem Chorkonzert auf.
  • 1982
    Auftritt beim Liederabend des Gesansvereins Zams in Österreich.
  • 1985
    Der italienische Chor „Coro Monte Bondone“ aus Sopramonte ist in Bieber zu Gast.
  • 1987
    Gegenbesuch in Südtirol.
  • 1990
    Erneute Besuche und Gegenbesuche, es entsteht eine enge Freundschaft mit den italienischen Sangesbrüdern.
  • 1994
    Der Verein zieht vom langjährigen Vereinslokal „Grüner Baum“ in das eigene Heim am Bahnhof. Im September beginnt mit der Gründung des Frauenchores eine neue Epoche in der Geschichte des Männergesangvereins Liederkranz. Der Elan und die Begeisterung, die von den Sängerinnen ausgeht, hat nicht nur das Vereinsleben bereichert, sondern auch den Sängern neuen Ansporn verliehen.
  • 1997
    Feier zum 150-jährigen Bestehen des Vereins.
  • 2001
    Gründung eines Kinder- und Jugendchors „Spessart Kids“.
  • 2002
    Gründung des jungen Chores „Joyful Noise“.
  • 2007
    Feier zum 160-jährigen Bestehen des Vereins.